Wie über jede neue Errungenschaft, von der Menschen profitieren, wird es bald auch über Twick.it zahlreiche Legenden geben. Wir (Markus Möller und Sean Kollak) haben natürlich nichts dagegen als Helden der Menschheit gefeiert und verehrt zu werden. Aber in Wahrheit ist die Geschichte der Web 2.0-Erklärmaschine, die von uns erfunden wurde, schnell erzählt.
Kollegen mit gemeinsamen Interessen
Markus und ich haben uns als Kollegen in einer Werbeagentur kennengelernt. Uns verbindet das Interesse an Web 2.0-Anwendungen wie Twitter, Wikipedia und Facebook. Als Programmierer beschäftigt sich Markus darüber hinaus mit Konfiguratoren, Content Management Systemen und anderen webbasierten Anwendungen. Meine Interessen liegen als Texter, PR-Mitarbeiter und SEO eher im kreativen und konzeptionellen Bereich. Von Anfang an waren wir beide von den Möglichkeiten des Web 2.0 fasziniert: die Tatsache, dass jeder Mensch Wissen, die wichtigste Ressource unserer Zeit, bloggen und bookmarken, verbreiten und verteilen kann.
Von Wikipedia enttäuscht, von Twitter begeistert
Nachdem wir uns aus beruflichen Gründen näher mit den Redaktions-Oberfläche von Wikipedia beschäftigt hatten, waren wir sehr enttäuscht von der schwierigen Bedienung und dem scheinbar unvermeidlichen Editor War. Für ein Mitmach-Projekt sind die technischen und redaktionellen Hürden unserer Meinung nach zu hoch. Warum darf man bei Wikipedia zum Beispiel keinen Blog als relevante Quelle angeben? Das ist doch unzeitgemäß.
Hey, was für eine Freude, als wir das Bloggen und Twitter für uns entdeckten! Das war einfach, schnell und SEO-freundlich! Also versuchten wir (ohne allzu großen Erfolg) unsere Kollegen in der Werbeagentur von diesen neuen Medien zu begeistern. Immerhin durften wir einen Corporate Blog für die Werbeagentur einrichten und uns näher mit der Blog-Software WordPress und möglichen Twitter-Anwendungen im B2B-Bereich beschäftigen.
Schlagwörter:Geschichte, Historie, Markus Möller, Sean Kollak, Twitter, Wikipedia
Wie 140 Zeichen die Welt verändern
„Die Begrenzung [...] auf das Wesentliche schärft die Sprache. Jedes Wort, jedes Zeichen kann schon zu viel sein. [...] Manchmal sagt auch ein einziges Wort alles. Es sind Skizzen der Befindlichkeit, Momentaufnahmen, Stichwörter. Schlagworte. Und doch sagt es alles aus, was man will. Es gibt wahre Meister darin. …“
Cem Basman (@cemb) über Twitter, zitiert in Twitter, S. 26
„[...] irgendetwas machen diese 140 Zeichen mit der eigenen Kreativität. Man kann Geschichten damit aufschreiben, Witze erzählen, steile Thesen formulieren und politische Statements in die Runde rufen. Und vieles ist so dicht und so intensiv, dass es zu kleinen poetischen Einheiten wird: Unter dem Druck der 140 Zeichen zu Diamanten gepresste Alltagskohle.“
Michael Seemann (@mspro) über Twitter, zitiert in Twitter, S.35
In der Kürze liegt die Würze:
Nach diesem Prinzip zwingt Twick.it Nutzer dazu Beschreibungen sehr prägnant zu formulieren.
- Bei jedem Wort muss der Twicker überlegen, ob es für die Erklärung des Themas relevant ist. Durch den notorischen Platzmangel hinterfragt man sich selbst, was man unter einem bestimmten Begriff eigentlich versteht und entdeckt staunend, wie diffus Denken und Sprache eigentlich sind.
- Unnötige Füllwörter und unlesbare Substantiv-Kombinationen werden vermieden – andere User wiederum schreiben nur in Substantiven, um die Tag-Cloud zu manipulieren
- Erfahrene Twicker versuchen vorauszuahnen, welche Schlagworte am häufigsten mit dem Thema in Verbindung gebracht werden.
- Versucht man, einen bereits erfolgreichen Twick zu verbessern, stößt man schnell auf folgendes Problem: Wer entscheidet darüber, welche Begriffe für ein Thema relevant sind?
- Die vielleicht zentrale Frage lautet: subjektiv oder objektiv?
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Schlagwörter:140 Zeichen, Cem Basman, Michael Seemann, Twitter


