Die Entstehungsgeschichte hat Sean bereits treffend beschrieben. Eine Anekdote möchte ich dazu noch zum besten geben. Die folgende Geschichte kann zwar nicht als Geburtsstunde von Twick.it bezeichnet werden, sie ereignete sich aber in der sehr frühen Anfangszeit der Plattform und war maßgeblich für die Umsetzung verantwortlich.
Zusammen mit zwei Kollegen der Werbeagentur conception fuhr ich zu einem potentiellen Kunden, der an der Implementierung eines Online-Shops interessiert war. Uns gegenüber saß ein Abgesandter der Geschäftsleitung sowie der IT-Leiter des Unternehmens.
Gegen Ende des Gesprächs fragte mich mein Gegenüber aus der IT-Abeilung, welche technische Basis vonnöten sei. „Was benötigen Sie? PHP?“. Ich nickte. Resultat dieser wortkargen Techniker-Unterhaltung war ein zufriedener IT-Mensch und ein ebenso verwirrter Kaufmann. Über dem Kopf des Geschäftsführer-Assistenten prangerte ein großes, imaginäres Fragezeichen. Er dreht den Kopf zu seinem Kollegen aus der IT-Abteilung: „PHP???“. Dieser zögerte nicht lange und erwiderte: „Das ist so eine Programmiersprache, mit der Internetseiten gemacht sind“.
Bingo! Kurze Frage, kurze Antwort. Und ein zufriedener Mensch mehr auf dieser Erde.
Die Idee einer Micro-Enzoklopädie war gerade erst ausgesprochen worden und wir befanden uns noch in einer Phase, in der es noch überaus fraglich war, ob ein Startschuss zur Umsetzung fallen würde. Ist eine Ultra-Kurz-Erklärung sinnvoll? Kann man genügend Informationen in 140 Zeichen unterbringen? Würde das jemand brauchen? Die erlebte Geschichte machte die Antwort auf alle drei Fragen deutlich: Ja, ja und nochmals ja.
Was wäre wohl passiert, wenn der unwissende Kollege nichts gesagt hätte. Stattdessen hätte er heimlich drei Buchstaben auf ein Blatt Papier gekritzelt. P-H-P. Dahinter ein bis drei Fragezeichen. Später hätte er wohl die Suche von Google bemüht und wäre von Millionen von Ergebnissen erschlagen worden. Bestenfalls hätte er einen Wikipedia-Artikel gefunden, der ihm auf zig DinA4-Seiten die Geschichte, die Funktionsweise, die Vor- und Nachteile der Programmiersprache inkl. Programmbeispiele gezeigt hätte. Viele Informationen. In dieser Situation sicherlich viele unnötige Informationen. Und wer weiß, vielleicht wäre er nachher genauso schlau wie vorher gewesen. Die knappe –und zugegebenerweise recht oberflächliche- „Programmiersprache für Internetseiten“-Erklärung war hier hingegen goldrichtig.
Für mich war klar: Erklärungen müssen nicht immer präzise, detailverliebt und ausführlich sein. Es gibt genug Situationen, in denen eine knappe Erklärung auch ohne Tiefgang genau die richtige ist. Mit Sicherheit habt auch Ihr schon Menschen kennengelernt, die –einmal angefangen- nicht mehr aufhören zu reden. Dies sind Menschen, die man nur sehr ungern nach Erklärungen fragt. Die gute Nachricht: Solche Erklärungen wird man bei Twick.it nicht finden.
Nach diesem Meeting stand fest: Wir brauchen eine Kurz-Enzyklopädie. Twick.it konnte beginnen.
Schlagwörter:Anekdote, PHP


