Hallo Simon,
1. Als Gründer von Billomat hast du viel um die Ohren. Warum nimmst du dir trotzdem die Zeit, auf Twick.it Erklärungen zu formulieren? Versprichst du dir davon etwas für dein Unternehmen? Oder ist es ein rein privates Vergnügen?

Ein echter Nerd: Simon Stücher von Billomat
Vor allem macht es tatsächlich Spaß. Es ist aber auch für uns als Personen hinter Billomat wichtig, dass wir Begriffe ohne viel Gerede um den Brei herum genau auf den Punkt bringen. Schließlich steht Billomat doch selbst für die Reduzierung und Konzentration auf das Wesentliche einer Sache. Und natürlich bauen wir so auch eine gewisse Reputation zu unseren Kompetenzthemen im Web auf.
2. Du bist nicht nur bei der Erklärmaschine aktiv, sondern twitterst auch fleißig. Was sind für dich die wichtigsten Unterschiede zwischen Twick.it und Twitter?
Beiden gemein ist meiner Meinung nach die Verdichtung von Informationen. Man bekommt schnell die wichtigsten Infos und kann dann ggf. in einem zweiten Schritt tiefer graben. Das ist wichtig, um sich in der heutigen Informationsflut nicht zu verlieren und den Überblick zu behalten.
Twitter ist vor allem kommunikativer. Ein Kanal, der in beide Richtungen funktioniert. Wir decken einen nicht unerheblichen Teil unseres Supports darüber ab. Auch können wir unsere Follower flink über Neuigkeiten oder Probleme (und deren Behebung) informieren. Schnell, persönlich und transparent.
Twick.it ist eher enzyklopädisch als Nachschlagewerk aufgestellt. Während ein Tweet meist nur eine sehr kurze Lebenszeit hat, bleiben Twicks oft über Jahre relevant. Was ich persönlich noch spannend für Twick.it finden würde: Mobile Clients und stärkere Location-Based-Funktionen, mit denen man Twicks Orten zuordnen könnte.
3. Billomat ist ein Dienst, mit dem Nutzer online Rechnungen schreiben können. Wie steigert ihr eure Bekanntheit bei der wichtigsten Zielgruppe – den Digital Natives? Und wie wollt ihr Nonliner davon überzeugen, es einmal mit euch zu versuchen?
Da wir selber mit dem Internet groß geworden sind, verstehen wir die Bedürfnisse und Kommunikationsgewohnheiten unserer web-affinen Nutzer recht gut. Wichtig ist hier die Vernetzung und Kollaboration über Blogs, Twitter, Facebook, XING und Co. Aber auch der persönliche Kontakt auf Messen oder Unkonferenzen wie BarCamps darf nicht zu kurz kommen.
Die so genannten Nonliner sind natürlich mit solchen Mitteln nur sehr schwierig zu erreichen. Oft müssen dabei generell das Internet und Geschäftsmodelle wie SaaS erklärt werden, bevor man von Billomat überzeugen kann. Wir bedienen mit unserem webbasierten Fakturierungsdienst einen Markt, der in der breiten Masse erst am entstehen ist. Aber die Zeit arbeitet definitiv für uns: Langsam aber sicher rücken auch klassische Medien wie Fernsehen, Radio, Print-Magazine und Zeitungen diese Themen und Dienste immer mehr den Fokus der Öffentlichkeit und schaffen so ein Bewusstsein über die neuen Möglichkeiten im Web. Und bei vielen Unternehmen steht ein Generationenwechsel bevor…
4. Zusammen mit den Twick.it-Machern hast du den Siegener Webstammtisch ins Leben gerufen. Warum?
Angefangen hat alles mit der These, dass das Siegerland noch Web-2.0-Entwicklungsland ist. Nach heftigen Protesten vor allem über Twitter sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese real existierenden Digital Natives aus der Region eine Plattform für Austausch, Vernetzung und Kollaboration benötigen. Also haben wir einfach angefangen, uns zu treffen. Terminabsprache, Auswahl der Location und Organisation liefen dabei fast ausschließlich über Soziale Netzwerke. Wir sind jedenfalls überwältigt, wie viel Potential selbst abseits der Medienmetropolen steckt. Bezeichnend für die positive Resonanz der Teilnehmer fand ich den Tweet von @gauda_de zum letzten Webstammtisch: „Endlich Leute, die mich verstehen“.
5. Im Web 2.0 entscheiden Reputation und Vertrauen über Erfolg oder Misserfolg. Auch bei einem Dienst wie Billomat, dem Nutzer sensible, private Daten anvertrauen, ist Vertrauen wichtig. Wie wollt ihr dieses Vertrauen aufbauen?
Ja, das Vertrauen der Nutzer ist unser wichtigstes Asset. Wichtig sind uns dabei Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz, auch und gerade bei Fehlern. Neben den Basics (deutscher Server-Standort, Einhaltung von Datenschutz-Richtlinien, Software-Qualitätsmanagement, Backups, 24/7-Monitoring uvm.) spielen aber oft weichere und emotionalere Kriterien eine Rolle. Wir bekommen z.B. viele Kunden durch Empfehlungen anderer Kunden. Und diese sind eigentlich unbezahlbar wertvoll, da sie die positiven Erfahrungen widerspiegeln, die andere mit unserem Dienst gemacht haben. Einige dieser Statements haben wir auf unserer Website unter „Referenzen“ gesammelt. So sehen Interessenten, dass es jede Menge anderer Nutzer gibt, die Billomat ihre Daten anvertrauen. Wir werden diesen Bereich noch etwas weiter ausbauen. Demnächst kommen unter anderem Video-Interviews mit echten und realen Kunden (keine Fakes, never!).
Schlagwörter:Billomat, Feedback, Nutzer, Simon Stücher
Einer unserer Lieblingsbegriffe ist übrigens http://twick.it/de/Schwuppdizitaet. Der hätte in der Wikipedia wahrscheinlich keine Chance, bei Twick.it schon
@billomat: Ja. Schwuppdizität hat es auch in meine Favoritenliste (http://twick.it/show_favorites.php?id=1) geschafft.
Momentan sind unsere Twicks unter http://twick.it/user/billomat ja noch recht techniklastig.
Deshalb die Frage: welche Themen rund um Rechnungen, Buchhaltung und Selbständigkeit wollt ihr erklärt haben?
Fakturierung hast du ja schon für mich erklärt. Wie wärs mit: Skonto, MwSt und USt?


